Aufbruch ins Unbekannte (wieder mal)

Im Mai wars, da hab ichs hier am Blog angekündigt, nun ist es soweit: Am kommenden Mittwoch, also übermorgen, lassen wir nun nach sieben Jahren die Kanaren vorerst wieder los.

Sieben schöne Jahre, Vertiefungen, viele schöne Seminare hier gegeben, den „Online-Satsang“ seit 2011 aufgebaut…. ein „Gomera-Werk“.

2010 kamen wir hier an…. bis 2016 blieben wir auf Gomiland und nun waren wir ein Jahr lang auf Teneriffa. Was mich betrifft wars ja „mit Unterbrechungen“ seit 2001, wo ich hauptsächlich auf den Kanaren wohnte. Und wir lassen auch einige Sachen hier, kann also gut sein, zumindest ist derzeit so „der Plan“ (ohne ein wirklicher Plan zu sein), dass wir uns schon hier wieder *irgendwann* niederlassen wollen. Sobald wir wieder niederlassungswillig sind. Also wieder sesshaft sein wollen. In 2-3 Jahren vielleicht, oder wenn Gott es so spielt, auch früher, oder wenn Gott es so spielt, auch später. Auch viel später, und auch sehr viel später. Alles möglich. Vielleicht werden es ja jetzt sieben Reisejahre, wer weiß… ?

Oder auch wo anders hängen bleiben ist möglich.

„Das Weite suchen…“

Die Zukunft ist jetzt erstmal wieder voll offen. Reduktion auf nen Rucksack und „auf in die Welt“. „Das Weite suchen“ im wahrsten Sinn des Wortes. Aber ohne wirkliche Suche. Auch keine Suche nach nem Ort. Keine Suche nach ner Bleibe.

Einfach nur auf diesem Planeten zu Hause sein.

Erstmal gehts aber noch auf ne kleine Rundreise nach Mitteleuropa: Zuerst direkt nach Deutschland, zu einem Tantraseminar und Freunde und Mutter besuchen, danach in die Schweiz, nochmal n Tantraseminar, dann nach Tirol und nach Salzburg, schlußendlich dann Anfang September nach Wien. Töchter und Danis Familie dort.

„Richtig“ los gehts dann erst Mitte Oktober. Nach Asien. Südostasien erstmal für diesen Winter. Dann ab April würd ich gern nach Bali. Nächsten Sommer dann vielleicht in Griechenland ein Event wieder mit Werner … oder auch erst ein Jahr später …. oder auch überhaupt woanders. Who knows. Relativ fix ist aber, dass ich auch wieder nach Indien mag. Den nächstfolgenden Winter dann halt, in einem Jahr.

Also gibt schon „Pläne“, aber ziemlich mit „open end“, und ich weiss ja von meinen früheren Reisen, wie schnell sich dann Pläne auch wieder ändern können. Dennoch ists gut, sie erstmal zu haben, um in Bewegung zu kommen 🙂

Und dann einfach bleiben, so lange man wo möchte. Bis es einen wieder „weiterzieht“ oder „weiterruft“ oder „weiterstupst“.

Die Grundstimmung ist einfach, solang wir noch so gesund sind, dass wir sowas machen können, … lange Reisen, … unterwegs mit Laptop „arbeiten“ … solang möcht ich diese Gelegenheit noch nutzen. Nochmal so ins „Digital Nomaden Leben“ einsteigen. War ich ja schon damals. Bin halt nur „kleben geblieben“ damals auf La Gomera 🙂

Meine Tochter machte es mir vor, vor drei Jahren auf ihrer Weltreise…. wo sie dann in Kambodscha hängen geblieben ist für längere Zeit.

Und ich habs ihr wohl vorgemacht damals vor fast 20 Jahren… als Papa plötzlich längere Zeit „weg war“, komische Sachen aus Indien schickte, und irgendwie ein völlig anderer Papa zurückkam. Nur um dann gleich nochmal für noch längere Zeit wegzubleiben.

Ja, vieles was jetzt gerade geschieht mit uns hier erinnert mich an „damals“. Mit „uns“ mein ich Dani und mich. Gemeinsam alles aufgeben, vorbereiten, einfach losziehen. Ich hab das alles schon hinter mir, mehrfach. Damals in den 90ern Richtung Indien, danach beim Auswandern auf die Kanaren, insgesamt drei ernsthafte Versuche, wobei dann erst der Dritte im Jahr 2010 „so richtig klappte“. Irgendwie ist da zur Zeit meine Mission „erfüllt“. Auswandern hat geklappt. Und jetzt? Wieder die weite Welt…. 🙂

Endlich wieder einfach nur den ganzen Planeten umarmen. „Hier“ zu Hause sein. Egal wo dieses „hier“ grad ist, denn ich bin immer „hier“. Kann nie woanders sein. Nur die Kulisse, die vorüber zieht, die ändert sich. Die Mitte aber, die bleibt immer die Selbe.

Ich finds dennoch extrem spannend, denn waren die 0er und 10er Jahre nun mit wirklichem „Auswandern“ thematisch belegt, also mit „Umzug“ und allem drum rum, ists nun eher wieder dieser kleine feine Rucksack, auf den sich alles reduziert. Genauso wie „damals“, vor 19 Jahren, bei meiner großen Reise die mit jener Erfahrung endete, um die es hier im Blog – zumindest vom Titel her – gehen soll.

Es ist ein bisschen ein Deja-vu. Es ist, als hätt ich nur gewartet, den Rucksack wieder zu packen und loszugehen. Als würde ich da wieder anknüpfen an „damals“.

Das aufgeben von allem ist fast das Selbe, aussortieren, liebgewonnene Dinge zurücklassen. Immense Vorfreude auf „Abenteuer“. Gleichzeitig ist auch vieles anders: vor allem bin ich jetzt 54, also schon „älter“, während ich damals mit 35 ein Jungspund war. Zudem um locker 20kg leichter damals. Haha …. ein Teilaspekt unserer Reise ist auch, wieder mehr „in Bewegung“ zu kommen. Hier auf Teneriffa sind wir irgendwie im Vergleich zu Gomera bisschen eingerostet. Waren nicht so viel unterwegs, viel zu Hause. Ein sehr „nerdiges“ Jahr war das wieder mal.

Und was auch anders ist: Ich nehm „die Arbeit mit“. Das tat ich damals nicht. Damals war ich nur auf spiritueller Suche, und hab einfach vorher alles angespart. Nun ist der Laptop dabei. Okay, war er auch schon 1999 in Indien. Und schrieb ja darauf damals mein erstes Buch. Dennoch …. heutzutage mit Handy, permanent online, ist sicher auch das Reisen sehr anders als damals.

Wobei ich eigentlich aber auch gerade ein bisschen vor diesem Online-Lifestyle „flüchte“. Ein Teil von mir sehnt sich zurück an die Zeit, wo man einfach offline war. Nicht eine Stunde. Nicht einen Tag. Vielleicht überhaupt ne ganze Woche und wieder ne Woche und wieder eine. Und dazwischen vielleicht mal für 30 Minuten in einem Internet-Cafe. Nun gut, diese Zeiten sind vorbei.

Aber ich habe richtig Lust auf die Welt … jenseits von allem „online“. Wieder Lust nach anderen Kulturen. Nach Asien vor allem. Was vor 20 Jahren meine zweite Heimat wurde, meine Wiedergeburt, und irgendwie ist es dann so aus meinen Augen verschwunden die letzten beiden Jahrzehnte.

Okay… egal wie: ich freu mich. Einfach total. Auch dieser Aufbruch. Fühlt sich einfach nur mega gut an. Wieder ein Loslassen und Neubeginn. „Alle sieben Jahre“. Eine gänzlich neue Lebensphase und ein neues Lebensmodell. Fühlt sich sehr sehr ähnlich für mich an wie „damals“, 1998. Man lässt einfach wieder mal alles hinter sich. Etwas endet – etwas neues beginnt. Und ich fühle auch, dass sich an meiner Art zu Lehren da sicher einiges ändern wird. Mal gucken.

Vielleicht bin ich aber auch nur grad bisschen träumerisch und nostalgisch. Man wird sehen. Aber irgendwie fühlt es sich für mich schon so an, als hätte sich ein Kreis, oder eine Etappe, geschlossen.

On the road again …


Titelfoto: Ich, 1998, in Rishikesh am Ganges


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