Der Moment der Erleuchtung

(aus der Serie: „Texte aus meinen Büchern
heute: Text 4 aus dem Buch „Erleuchtung – the real is illusion“, erschienen 2001) 


Teil 4: Der Moment der Erleuchtung
(oder: „die Erkenntnisse bei Erleuchtung“

Nun genug, versprochen ist versprochen, rein in die Welt des Absoluten und hier die Beschreibung, wie ich es in DEM EINEN (ewigen) MOMENT wahrgenommen habe. All dies geschah gleichzeitig, und wenn doch „hintereinander“, ist es mir nicht mehr möglich (und auch nicht sinnvoll), eine „Chronologie“ zu erzeugen. Die Reihenfolge der nachstehenden Fakten ist also absolut willkürlich.

Mir ist bewusst, dass jeder Anteil ein ganzes Buch füllen würde, samt Erklärung und Deutung, doch möchte ich hier möglichst kurz „die Erfahrung“ zusammenfassen und behandle sie einfach als  „Factaufzählung“.

End of Bullshit – Fakten, Fakten, Fakten!

  • Das Wichtigste zuerst: Die absolute, endgültige und unumstößliche Sicherheit, „dies ist Erleuchtung, das Ende und nichts folgt danach“ ist (unsagbarer, unbegreiflicher und nicht beweisbarer) Teil der Erfahrung, unauslöschlich und sehr schwer diskutierbar.
  • In meinem Fall endgültige Kundalini-Erfahrung. Die Energie steigt sowohl an der Front des Körpers (Herzöffnung) als auch an der Wirbelsäule hoch, wird als unendliche Glückseligkeit empfunden. Dies geschieht „von selbst“, man kann „gar nicht anders“ oder „es unterdrücken“. Das subjektive Gefühl ist „ich brauche nur zu entspannen, nichts zu tun, im Gegenteil, ich und mein Tun waren immer nur im Weg, verhinderten, dass „es“ geschieht“
  • Die Energie wird schließlich am oberen Ende des Kopfes als „unendliche Glückseligkeit“ („bliss“) wahrgenommen und verweilt dort für längere Zeit, verlässt anschließend den Körper („nach oben“). Danach folgt eine Rückkehr „in den quasi Normalzustand“ mit Kälteempfinden und großer Dankbarkeit (an wen auch immer).
  • Ebenfalls „danach“: Ein Wundern, dass man noch lebt, weil es eigentlich „zu Ende“ war, eigentlich nicht notwendig war, weiter zu leben, dieser „Tod“ so unendlich glückselig erscheint. Man versteht überhaupt nicht, warum man noch am Leben ist, es erscheint sehr unlogisch und trotzdem begrüßt man,  dankbar als eine Art „Draufgabe, daß man noch am Leben ist.
  • Das herkömmliche Denken wird vollkommen abgeschaltet.
  • Die Wahrnehmung eines „subjektiven Ichs“ wird vollkommen abgeschaltet.
  • Die „Überraschung“ folgt, dass ich, obwohl „tot und abgeschaltet“, noch immer „existiere“.
  • Dem folgt die Erkenntnis, dass es weder Tod noch Geburt gibt. Wahrnehmung: „Mich gibt es schon immer und mich wird es immer geben“. „Ich wurde nie geboren“ oder „Ich starb in Wahrheit schon bei der Geburt“.
  • Was ich glaubte zu sein, bin ich nicht. Was ich glaubte zu sein, war nur Illusion.
  • „Ich bin Gott“ (und natürlich auch die „Göttin“), Gottesbewusstsein. Ich erkläre diese heikle Aussage mittlerweile am liebsten damit, dass Gott eben „immer erleuchtet“ ist und wir Menschen mit unserem Bewusstsein zum Zeitpunkt der „Erleuchtung“ eben mit unserer Individualität „zur Seite treten“, dem Gottesbewusstsein Platz machen und dadurch praktisch „mit Gott verschmelzen“, eins werden („Yoga“ heißt schließlich: „Union with God“, im Tantra „Mahamudra“ genannt, „kosmischer Orgasmus“, Vereinigung mit Existenz, etc.).
  • „Ich bin das alles“. Das ganze Universum, alles, was existiert (und was nicht existiert).
  • Das Universum ist der Traum Gottes, mein Traum, ich bin der Träumer.
  • Außerhalb des Traumes existiert nichts, es gibt eigentlich keinen Träumer, der Traum träumt sich selbst, so gesehen gibt es nicht einmal Gott, der Traum selbst ist Gott (paradox).
  • Dieses „Nichts“ wird (später) jedoch auch als „unabhängig und jenseits vom Traum existierend“ wahrgenommen („Nirwana“, Non-Existenz).
  • Gott als Frau: Der Traum als eigenständiges intelligentes fliessendes Bewusstsein in Form des physischen Universums („Existenz“) wird eigentlich eher als WEIBLICH wahrgenommen.
  • Gott als Mann: Das das Universum nur still beobachtende, aus dem Nichts stammende Bewusstsein („Non-Existenz“) (das keinen Einfluss auf „Existenz“ ausübt) wird eigentlich eher als MÄNNLICH wahrgenommen.
  • So gesehen könnte man auch sagen: Sowohl „Nirwana“ (Non-Existenz, das „Nichts“) als auch das „Universum“ (Existenz) haben – jeder für sich – ein eigenes „Bewusstsein“ und einen „Nichteinmischungspakt“ (geht auch gar nicht, das „Nichts“ kann im „Etwas“ eben NICHT existieren, das Etwas verschwindet wiederum im Raum des Nichts…). Nirwana fühlt sich dabei „eher männlich“ an, Existenz eher „weiblich“, und auch diese beiden werden in der höchsten „kosmischen Hochzeit“, in der Erleuchtungserfahrung EINS, treten dadurch „aus Raum und Zeit“, jenseits von „Existenz“ und „Nicht-Existenz“, eben die Vereinigung von „Allem“ mit „Nichts“… (und vor allem: Keiner ist „höher“ oder „niedriger“ dem anderen…). Man könnte auch sagen: In der „Vereinigung von Existenz und Nicht-Existenz“ ist beides in einem eher wellenförmigen unmanifestieren Zustand der „möglichen Existenz“, zeitphysikalisch gesehen in einem Zustand „KURZ VOR“ bzw. „KURZ NACH“ der „Existenz des Universums“… (im „Übergang“, sozusagen die „Geburt des Universums“ oder „der Tod des Universums“, denn wirklich VORHER ist eben „Nichts“ und nachher ist wieder „Nichts“). Wieder anders gesagt: Dieses „Nichts“ hat aber irgendwie eine eigene Form von „Bewusstsein“ (ist sich seiner „Nicht-Existenz“ bewusst) und „borgt“ sich dabei dieses „substanzielle Bewusstsein“ von „Existenz“ aus, oder wieder anders ist „Existenz“ nichts anderes als das (vorübergehend) manifestierte „Bewusstsein des Nichts“…)

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Was ist Erleuchtung?

(aus der Serie: „Texte aus meinen Büchern
heute: Text 3 aus dem Buch „Erleuchtung – the real is illusion“, erschienen 2001) 


Teil 3: Was ist Erleuchtung?

Gleich im ersten Kapitel springe ich mitten in die Gefahrenzone und versuche mich am Thema schlechthin, doch scheint es mir wichtig, von Anfang an Klarheit zu schaffen. Zu viele Erfahrungen fühlen sich wie Erleuchtung an, deshalb gibt es auch so viele Widersprüche und auch so viele „Erleuchtete“, und selbst mir ist es ähnlich ergangen, ach so oft dachte ich, „jetzt bin ich erleuchtet“.

Und es ist auch – zumindest fürs Ego- sehr verlockend: Viele vergleichen die persönlichen Erfahrungen oftmals mit jener von anderen (heutzutage in erster Linie mit Buddha und Osho). Und freudig wird dann festgestellt: „Ja, DAS ist es“.

Das ist ein einfacher und häufiger Trick des Verstandes „(mind“), der gewöhnlich das sieht was er sehen möchte, das liest, was er lesen möchte, das versteht, was er in der Lage ist zu verstehen.

Manche glauben dadurch wirklich, sie seien erleuchtet.

Doch was ist Erleuchtung eigentlich wirklich? Eines steht ganz sicher fest, es ist leichter zu beschreiben, was Erleuchtung NICHT ist, ähnlich Buddha („nein, das ist es nicht…“)

Tja, groß geredet, nun muss etwas in den Computer getippt werden, und schon stehe ich vor dem  gleichen Problem vor dem all diejenigen stehen die versuchen „es“ in Worte auszudrücken. Wie kann es „ausgedrückt“ werden?

Ich fang  mal an wie LaoTze und sage gleich einmal vorweg:

Die Wahrheit, die gesagt werden kann, ist nicht die absolute Wahrheit“.

Klingt gut und hilft mir als Ausrede.

Im Ernst, tatsächlich ist Was ist Erleuchtung? weiterlesen

Was kostet ‚Erleuchtung‘ und ist ‚Erwachen‘ billiger?

(aus der Serie: „Texte aus meinen Büchern
heute: Text 2 aus dem Buch „Erleuchtung – the real is illusion“, erschienen 2001) 


Teil 2: Was kostet ‚Erleuchtung‘ und ist ‚Erwachen‘ billiger?

Die „gute Nachricht“: Beides ist völlig frei und kostenlos erhältlich.

Spirituelle Erleuchtung ist ein“ Geschenk Gottes“ und kann durch nichts, absolut nichts „künstlich herbeigeführt“ werden, nicht einmal durch die „Gnade des Meisters“. Wer diese verspricht, ist ein absoluter Scharlatan oder ein „Erwachter“, der den Unterschied selbst nicht so genau kennt.

Das Erwachen hingegen kann vor allem durch das Zusammensein mit anderen „Erwachten“ herbeigeführt werden und ist ein sehr einfacher Prozess.

So einfach, zu einfach, so nahe liegend, dass es eben meist nicht von selbst passiert.

So kommt es durchaus und  häufig vor, dass beim Zusammentreffen von mehreren „Erwachten“ (zB bei Gruppensatsang) Menschen „erwachen“.

Sowohl der „Erleuchtete“ als auch der „Erwachte“ kann anderen helfen, aufzuwachen, sie jedoch nicht „erleuchten“.

(Dafür nimmt er in der Regel auch kein Geld….)

Das kann geschehen durch ein einfaches geselliges Zusammensein im privaten Kreis, als „Party“, oder durch einfaches Zusammensitzen im „Einzelsatsang“.

Bei „Großveranstaltungen“ nimmt der „Erleuchtete“ auch oftmals freie Spenden .

Hat er selbst Kosten, kann es natürlich auch zu „Eintrittsgebühren“ kommen. Dies variiert stark und ist vom „Bekanntheitsgrad“ des „Erleuchteten“ abhängig.

Schließlich muss auch ein Erleuchteter von etwas „leben“, drum schreibt er vielleicht Bücher, verkauft Mitschnitte von „Satsangs“ oder eröffnet sich andere Einkommensquellen.

Wie auch immer, eines sollte er bestimmt nicht tun: Das Erlebnis des „Aufwachens“ bombenfest versprechen und „dafür“ Geld verlangen. Wer dies tut, schläft selbst noch tief und fest und verkauft irgendeine Halbwahrheit, irgendein „spirituelles Erlebnis.“

Das „Aufwachen“ eines anderen, ist für den Erleuchteten eines der größten  Geschenke überhaupt. Wenn neben oder gar *durch* die Präsenz eines Erleuchteten oder Erwachten jemand anderer erwacht, so sollte eigentlich der Erwecker an den Frischling Tribut leisten, und dafür zahlen. Als ein Was kostet ‚Erleuchtung‘ und ist ‚Erwachen‘ billiger? weiterlesen

Erleuchtung und Wahrheit

(Neue Blog-Serie: „Texte aus meinen Büchern“;
hier: Einleitung aus dem Buch „Erleuchtung“, erschienen 2001) 


Teil 1: Erleuchtung und Wahrheit

„Erleuchtung“, was ist das? Was ist gemeint mit „Satori“, mit „Samadhi“? Gibt es Unterschiede? Warum sprechen die einen vom „Hier und Jetzt“, andere von „Zeitlosigkeit“? Was meint Buddha mit „Nirwana“, Jesus mit „Himmel“? Gibt es Gott, Himmel und Hölle, Engel und Teufel? Andere Dimensionen? Was ist dran an „der Matrix“?

Die einen sprechen von „du bist das alles“, die anderen erzählen dir, „du bist Illusion“, die einen sagen, „Ich bin“ ist alles, was ist, andere sprechen von „Ich bin nicht“.

Gibt es einen Weg oder sind wir längst am Ziel? Ist der Weg das Ziel oder ist der Weg das Hindernis? „Reines Bewusstsein“ oder „Reine Energie“, oder ist alles ohnehin nur „reiner Quatsch“?

Chi? Kundalini? Prana? Chakren? Yin oder Yang, oder sowohl als auch oder weder noch? Dualität oder Einheit? Seele – Körper – Geist? Superseele? Kosmisches Bewusstsein? Über-, Unter- und Unbewusstes.

Drogenerfahrungen, Tantra, Sexualenergie, Reine Liebe oder doch alles nur Superego? Konditionieren oder Massenhypnose? Kirchen, Sekten, Psychokulte.

Jesus spricht von Nächstenliebe und vom „Vater im Himmel“. Buddha von Erleuchtung und Wahrheit weiterlesen

Neue Webpage, V-Log, Blog-Änderungen

Jou… heute mal nur paar aktuelle Infos zu Änderungen, die ich hier auf meinem Blog anlässlich meiner neuen Webpage durchgeführt habe:

Neue Webpage auf OWK.eu

Die größte Änderung betrifft nicht direkt den Blog, sondern hab ich nach mehr als 10 Jahren endlich meine Homepage neu gemacht. Für die Techniker unter Euch: Sie lief früher unter dem CMS-System „Joomla“, die neue Version nun aber ebenfalls wie hier der Blog auf WordPress.

Dadurch, dass nun meine Webpage technisch also genauso „modern“ ist wie der Blog, wandern paar Sachen rüber bzw habe ich auch hier paar neue Module eingefügt, dazu später mehr.

Meine neue Webpage findet ihr nun auch nicht mehr auf der alten Domain  „owk-satsang.de“ (obgleich diese alte Adresse natürlich weitergeleitet wird) – sondern künftig unter owk.eu

http://owk.eu


V-Log auf neuer Page!
=>hier keine Videos mehr…

Durch die neue WordPress-Seite habe ich beschlossen, dort einen V-Log (Video-Blog) einzurichten, sehr Neue Webpage, V-Log, Blog-Änderungen weiterlesen

Ins Tun kommen? Oder Hingabe?

Jou. Heut ist es so weit und mein Interviewbeitrag erscheint beim großen Mindheart-Kongress. Pardon, Mindheart-Business-Kongress. Ich geb zu, das Wort „Business“ geht mir da nicht so ganz leicht über die Lippen.

In letzter Zeit hab ich auch mitbekommen, dass die Leuts auch schon bissl „kongressmüde“ sind, waren ja seit dem Hype Ende 2015, der damals mit den Nestelbergers begann danach doch recht viele andere Kongresse. Und nun der erste Nestelberger-Kongress seit damals, seit sie mit dem Erwachen-Kongress die Szene so richtig gerockt haben.

Ich mag die beiden, wirklich. Sehr sogar. Ihre Authentizität, ihre Fragestellungen (das Interview mit mir, von Katharina geführt, wirklich wieder erste Sahne; kitzelte so einiges aus mir hervor). Und ich war auch voll angefixt, als sie diese riesige Zahl von Zusehern anstrebten, 200.000 sollten es werden.

Aber was macht eigentlich ein Spiritueller bei einem „Business-Kongress“? Ins Tun kommen? Oder Hingabe? weiterlesen

Meer und Welle

Identifikation, Bewusstsein, Mensch, Gott …
… anhand der „Meer-Welle-Analogie“:

Berühmtes Beispiel ist ja, dass sich das Meer für eine „Welle“ hält. Das ist Identifikation. Gott (Bewusstsein, das eine Selbst) hat vergessen, dass es Gott ist, und hält sich für eine Persona, für einen Menschen.

Aber es geschieht auch das Umgekehrte:

Zuerst, im „Normalzustand“ hält sich das Meer für eine Welle.

Dann erfährt sich die Welle als ganzes Meer. „Erleuchtung“

Danach nimmt die Welle diese Erfahrung „persönlich“ und hält sich – auch als Welle – fürs ganze Meer.

… und erzählt anderen Wellen „ich bin das Meer, du bist das Meer“. Und merkt nicht, dass sie schon längst wieder „wellt“. Und „zwei“ sieht. Weil wem erzählt sie’s? Dem Meer, oder den Wellen?

😉

Klar ists ein Paradox und beides ist gleichzeitig; sobald ich aber anfange zum labern, bin ich Welle. Was okay ist, wenn mir das bewusst ist. Und „der Abstieg“ (positiv gemeint, vom Berg der Erleuchtung zurück ins Tal der Menschen) beginnt dann, wenn das Meer freudvoll beginnt „zu wellen“ 🙂 – was ja seine Natur ist und immer schon war. Es kann gar nicht anders.

Erst kommt die Welle nach Hause ins Meer.
Und dann das Meer nach Hause in die Welle.
Der Ozean fiel in den Tropfen 😉

(ein Facebook-Schnipsel von heute morgen)


Da fällt mir ein, ich hab ja ca 1999 paar englische Poems geschrieben, die diesen Prozess, durch den ich damals selbst ging, schön ausdrückten:

The Travelling

Drops are falling out
Of the ocean.
In running away
for freedom.
They have to run fast
faster then time.

After they disconnect
they are free.
The illusion
of separation.

And the ocean comes back
in search for them
fighting is postponing
the final merge.

As part of the ocean
we first don’t see
the ocean.
Hard to see
from the inside.

So we have to fall out of it.
Just to see it
from the outside.

So hard to see
We are still not free
Makes us fighting
For „being a drop“.

And when we finally fall again
We are lost forever
In the Ocean of Love
Who was just in search for himself.

_______

Coming Home

Nothing is left
In „this“.

Now the Buddha
Is coming home
To God.

He reached a freedom
Beyond God
Just for a while
To look at God.

From the outside
It looks like illusion
But there is nothing else.

Stepping beyond,
Into the vacuum
Coming back
And telling
„yes, we are alone“.
Feeling
„yes, we are all one“.

_______

The search home

While you are in the ocean
You don’t know
That everything is fine.

Someone has to tell you
„you are not free“
Just to start the search
For freedom.

When you reach freedom
Someone has to tell you
„Come home again“
Just to start the search
For love.


Die Poems finden sich in meinem Buch „Erleuchtung – the real is illusion, the illusion is real, oder: Ausbruch aus der Matrix“ aus dem Jahre 2000.

 

Ein Buch hat sich geschrieben

Jo…. viel anders kann Ichs nicht sagen. Plötzlich war ein Buch da 🙂

Ich hatte ja sowieso vor, vor meinem kommenden Webinar zum Thema „Erwachte Beziehungen“ (und andere spirituelle Partnerschaften) bisschen Text abzuliefern. Erstens für die Teilnehmer. Als Bonus oder Einstieg. Aber auch hier im Blog.

Doch irgendwann, bei einem Onlinesatsang glaub ich wars, kontaktierte mich Anssi und meinte, was ich zu „vom brauchen zum dürfen“ sagte, war super und wäre ein Highlight. Oder es gefiel im das Zitat recht gut, ich weiß es gar nicht mehr. Jedenfalls haben wir BEIDE GLEICHZEITIG die Idee, da was gemeinsam zu schreiben.

Hier mal n Screenshot von dieser Unterhaltung:

beweis-spontan

Jo…. – womit gleich demonstriert wäre, wie „erwachte Beziehungen“ funktionieren… 🙂 😉

Man beachte: Wir hatten nicht nur gleichzeitig die selbe Idee. Sondern haben auch beide gleichzeitig exakt drei Minuten geschwiegen (aka: meditiert; verarbeitet; mit der Idee schwanger gegangen). Bevor wir dann in derselben Sekunde dieselbe Idee äußerten.

Jo. Und dann beschlossen wir, einen gemeinsamen Blogbeitrag zu machen. „Vom Brauchen zum Dürfen“. Es sollte ursprünglich einfach nur ein „Edgar featuring Anssi“ Ding werden. Und Anssi fragte mich, wie viel ich da vor hätte zu schreiben. Nuja, 2-3 Seiten vielleicht. Okay meinte er, dann macht er 1 (in Worten: EINE) A4-Seite dazu. Damit das mit dem „Featuring“ noch hinhaut und er nicht mehr schreiben würde als ich.

Gesagt getan, wartete ich auf seinen Text bzw war in dieser Zeit eh sehr beschäftigt. Werner (Ablass; mit dem ich übrigens ebenfalls eine sehr erwachte Beziehung habe; lustig, er ist wie der ältere Bruder für mich; und Anssi wie der jüngere Bruder) war in der Zwischenzeit zu Besuch bei mir auf Teneriffa. Und wir verbrachten ne intensive Woche. An Schreiben war weder vorher, noch währenddessen zu denken. Und danach hatte ich noch viel aufzuarbeiten und vorzubereiten fürs Webinar.

ebez-cover-220In der Zwischenzeit schickte Anssi irgendwann eine erste Version seines Textes mit der Anmerkung „ist bisschen länger geworden“. Ich hatte erst paar Tage später Zeit reinzugucken, las ihn, fand ihn super-gut, gab positives Feedback. Und wir erkannten, für einen Blogbeitrag wird das zu lang. Also beschlossen wir, wieder gemeinsam, dass wir n kleines eBook draus machen.

Anssi hat seinen Text dann in Ruhe reingeschrieben und nach paar Tagen kam schwupps seine endgültige Version. Haha, und nochmal doppelt so lang wie zuvor.

LOL ….   das war nun endgültig fordernd für mich. Und Ein Buch hat sich geschrieben weiterlesen

Gibt es spirituellen Missbrauch?

Um in das Thema einzusteigen, möchte ich zuallererst den Begriff „Missbrauch“ durchleuchten. Missbrauch bedeutet, etwas nicht so zu gebrauchen, wie es gedacht und im allgemeinen Konsens angenommen wird, sondern „falsch und böse zu gebrauchen“.

Man könnte auch einfach sagen „Egomotive“: wenn persönliche egoistische Motive in eine Handlung hineinspielen, während vordergründig etwas Anderes, z.b. eine edle uneigennützige Motivation vorgekaukelt wird.

Und natürlich gibt es auch vielerlei Missbrauch auch in der Spiritualität:

Die unangenehmste Situation ist dabei jene, wo sich z.b. ein Schüler einem Lehrer vertrauensvoll hingibt, während er davon ausgeht, dass alle Handlungen des Lehrers bewusst und zum Wohle des Schülers geschehen, „im Namen der Wahrheit“. Da kann es zu Machtmissbrauch kommen und im schlimmsten Fall auch zu sexuell missbräuchlichem Verhalten aufgrund eines Autoritätsverhältnisses. Die Grenzen sind hier oft fließend, wenn z.b. ein Lehrer „der von ihm wahrgenommenen Energie“ selbst „hingegeben“ ist, und dadurch nichtmal ein schlechtes Gewissen aufkommt. Was auch dann passieren kann, wenn der Lehrer in Wahrheit einfach nur eigene unbefreite Persönlichkeitsanteile wahrnimmt, die mit dem Schüler letztlich nichts zu tun haben und nur an ihm „ausgelebt“ werden.

D.h. man muss davon ausgehen, dass auch hier dem Lehrer, wenn er zumindest authentisch ist, der Missbrauch nichtmal bewusst ist. Wie kann sich der Schüler schützen? Durch aussprechen und „zerstören“ der Illusion, die sich im Kopf des „Meisters“ gebildet hat. Zu sich stehen. Die eigene Wahrheit hier über jene des vermeintlich „Höheren“ stellen, denn in Wirklichkeit sind wir eben alle gleich und auch jeder noch so spirituell entwickelte Lehrer ist dennoch immer auch ein Mensch, mit Schwächen und unaufgearbeiteten Anteilen.

Genauso können aber auch einfach spirituelle Konzepte missbraucht werden, für eigene Zwecke, sei es im Streit, im Recht haben („Osho hat gesagt“, „Ramana hat gesagt“, usw usf) – auch DAS ist Missbrauch – oder sei es um andere zu manipulieren. Sowohl von Lehrern wird dies angewendet, als auch von Schülern untereinander. Hier gibt es eine große Grauzone und letzlich machen solche eher sanfteren Arten von Missbrauch auch einen Gutteil der menschlichen Kommunikation aus. Solange man etwas will, wird das „Ich“ und der Verstand auch alle zur Verfügung stehenden Werkzeuge einsetzen um das was er möchte auch zu bekommen. Genau das nennt man „Ego“, in diesem Fall dann „spirituelles Ego“.

Auch davor ist man nicht geschützt, nur weil jemand vorgibt, z.b. „erleuchtet“ zu sein. Auch das Ego wird erleuchtet und bläht sich unendlich auf. Letztlich ist es ja Gottes Ego. Das eine Ego von uns allen.

Es kommt also immer drauf an, wie sehr der Lehrer diverse Persönlichkeitsanteile in sich schon geklärt hat. Und das ist eine never-ending-story, denn dies geschieht in der Relativität, im Body-Mind-Organismus. Das hat mit dem Absoluten und der absoluten Wahrheit nichts zu tun. Hier muss man also unterscheiden: Aus absoluter Sicht gibt es Missbrauch nicht mal. Dort sind wir Eins ohne ein Zweites. Aus relativer Sicht ist aber auch der Gebrauch des Absoluten für relative Ziele eben falscher Gebrauch, Missbrauch.

Sich auf die absolute Wahrheit zu berufen, z.B. dass es „keinen Leidenden gibt“ und der Schmerz einfach „gefühlt“ werden soll hat letztlich sogar sadistische Wurzeln in jenem, der mit solchen Konzepten spielt und zu manipulieren sucht für seine eigenen menschenverachtenden unbewussten Motive.

Aber auch umgekehrt versuchen immer wieder auch Schüler ihren Lehrer zu missbrauchen, auch wenn davon selten gesprochen wird. Hier ist natürlich das Machtverhältnis ausgleichend, aber all die Projektionen, wie ein Lehrer z.b. zu sein hat können manchen Lehrern zu viel Kraft kosten, um sich dagegen zu erwehren. Manche ergeben sich dann in solche Filme und spielen geduldig ihre Rolle, z.b. als aufgeputzter Weihnachtsmann, als Vaterfigur, als göttlicher unerreichbarer Geliebter, als personifizierte Heiligkeit usw usf. Manchmal wird hier auch Geduld missbraucht oder Gutmütigkeit. Doch gibt es, falls der Lehrer ein authentischer ist, hier letztlich kein Opfer – sondern für ihn ist das ohnehin meist alles nur ein Spiel. Doch benannt werden sollte auch dieses Phänomen.

Missbrauch…. das Gebrauchen zu falschem Zwecke. Letztlich das Ur-Spiel des Egos, genannt: Absicht. Was das Gegenteil von Flow ist. Und geheime Absicht ist das Gegenteil von Wahrheit.

Der Urgrund des Missbrauchs ist aber letztlich das Brauchen selbst. Die uneingestandene Bedürftigkeit die schamvoll oder auch nur unbewusst verborgen wird hinter einem erhabenen Meisterspiel.

Edgar Hofer


Obiger Text ist mein einleitender Beitrag zur Podiumsdiskussion zum Thema „Gibt es spirituellen Missbrauch“ des diesjährigen Onespirit-Festivals (ehemals „Rainbow-Spirit“) in Freudenstadt. Er wurde auch im Magazin zum Festival (Visionen One Spirit Spezial – 01/2016) veröffentlicht. Dieses umfangreiche Heft mit vielen Artikeln und dem Festivalprogramm kann auch online hier gelesen werden.

Die Podiumsdiskussion selbst findet am Pfingstsamstag, den 14. Mai 2016 statt, moderiert von Devasetu Wolfram Umlauf (Jetzt-TV), mit den Podiumsteilnehmern Padma Wolff, Mayonah Bliss, Renate Busam und HO Gerhard Strauss.