Umgang mit Angst

Der nachfolgende Artikel von mir erschien kürzlich im Magazin “One Spirit“, dem Multimedia-Magazin des gleichnamigen Festivals, welches dieses Jahr nun auf 20. bis 23. August 2020 verschoben wurde.


Was ist Angst
und wie gehe ich mit ihr um?

Ich wurde schon im Februar gefragt, ob ich etwas zu diesem Thema beitragen möchte. Habe ich sehr gern angenommen. War und ist immer ein „Spezialthema“ von mir.

Und jetzt…. ist diese Corona-Krise und das Thema aktueller geworden, als man es sich zu diesem Zeitpunkt vorstellen hätte können. Die Welt schwankt zwischen Panik & Hysterie auf der einen Seite, und Ignoranz auf der anderen. Und das beschreibt schon sehr gut zwei Aspekte von Angst, die beide auf Illusion beruhen.

Aus meiner Sicht gibt es grundsätzlich einmal zwei Arten von Angst: Die eine Angst, die meist nur im Kopf ist, mit dem „Hier und Jetzt“ kaum was zu tun hat, nur auf Gedanken basiert, über die Zukunft, „was passieren könnte“. Vorstellungen die dem was ist eben nur „davorgestellt“ sind. Es vernebeln und verschleiern, verdecken. Eine eigene rein private Realität im Kopf bilden.

Angst, die nur im Kopf ist

Diese Angst, solange sie nur im Kopf geschieht als ein Gedanke, die ist eigentlich eine Art Panikmache des Gehirns, des Verstandes. Und neigt fast immer zu Übertreibungen. Dennoch kann sie sich so aufschaukeln, dass es zu körperlich spürbaren Zuständen kommt, sogar zu echten Panikzuständen. Und wie man damit umgeht, kann sicher jeder ordentliche Körpertherapeut viel besser erklären als ich. Da gibt es viele Wege, und mir selbst hat zulassen, atmen und zittern immer am Besten geholfen.

Aber sogar logisches klares Denken kann dieser Angst, wenn sie nur eine „gedachte Angst“ ist, den Garaus machen: Als Kleinkind hatte ich z.b. Angst vor Gespenstern, vor Geistern. Ich war allein im Zimmer, vor dem Einschlafen. Und hab immer bevor ich das Licht abdrehen konnte, alle Kästen durchsucht, alle Laden, unter dem Bett geguckt. Ob sich irgendwo ein „Geist“ versteckt. Aber irgendwann wurde mir plötzlich schlagartig klar, als ich mich fragte: „Was ist das Schlimmste was mir passieren könnte“. Und die Antwort war: „Dass sie mich töten“. Und in dem Moment begriff ich: „Wenn es Geister und Gespenster gibt, dann sind dies ja meist Seelen von Verstorbenen. Also sind die Geister selbst gleichzeitig der Beweis, dass es ein Leben nach dem Tod gibt. Ergo habe ich nichts zu befürchten, dann bin ich eben danach auch so ein Geist“. Und schlagartig war diese Angst verschwunden und ist nie mehr zurückgekehrt.

Und ich bin ziemlich überzeugt, dass der Urgrund der meisten Ängste eben letztlich eine Existenzangst ist. Die Angst vor dem Tod, die Angst vor dem Nicht-Sein. Vor dem Nichts. Vor der ewigen Leere. Wüssten wir, dass dieses Nichts und diese Leere letztlich unsere eigentliche Natur ist, dann gäbe es auch keine Angst davor. Wüssten wir, dass wir nicht dieser denkende Verstand sind, mit seiner Angst vor der Nicht-Existenz, dann hätte diese Angst keine Chance mehr. Im Gegenteil, der Verstand könnte begreifen, dass er jede Nacht im Tiefschlaf „stirbt“. Ausgeschaltet wird. Aber eben am Morgen beim aufwachen auch wieder zurückkehren darf.

Angst als alte Traumata

Aber ist es wirklich nur diese „Angst im Kopf“ die dann „nur auf Illusionen und Vorstellungen“ beruht? Nein, sehr oft wird einfach eine alte, eine tiefere Angst aus der Vergangenheit getriggert. Sehr oft fehlt auch einfach dieses Urvertrauen, dass man sicher ist, dass „nichts passieren kann“. Das kam uns Menschen meist als Kind abhanden. Sowohl in der Konfrontation mit „Tod“, als auch durch die temporäre Erfahrung eines persönlichen „Ichs“ (welches in der Nacht immer wieder verschwindet. Und auch einfach durch das Vergessen dessen, was wir wirklich sind.

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Kennst Du die Wahrheit?

Mir schreiben ja doch so einige Leute Nachrichten und mails, und auch in diesen Zeiten rund um Corona ist das so. Und wie man ja vlt bemerkt hat, hab ich dzt was gegen “verschwurbelte Verschwörungstheorien”, und bin da auch mehr und mehr entsetzt, was da so floriert in der Szene.

Grad bei Corona zeigen sich derzeit bei den Menschen ja verschiedenste Reaktionsarten, auf diese Krise, z.b.:

Mainstream:

Alles wird geglaubt, nichts hinterfragt, nicht selbst gedacht, Herdentier. Ist okay so, bleibt einfach zu Hause und verhaltet Euch ruhig 😉

Ignoranten:

Menschen, die das alles nicht mitbekommen, auch nicht mitbekommen wollen, sich über leere Straßen wundern, oder eben einfach einen “auf Party” machen und “mich betriffts ja nicht, hat mit mir nichts zu tun”. Ja, gibt’s leider auch viele. Mein Tip: Mal bisschen informieren. Oder halt jetzt einfach mal zähneknirschend zu Hause bleiben, Videos gucken, Games zocken, Bier trinken und Ruhe geben.  :mrgreen:

Skeptiker aus medizinischen Gründen:

Das sind all jene, die nun berechtigt oder nicht, Mediziner oder Laie, sich eigene Gedanken dazu machen, und manches nicht “passend” finden. Teils berechtigt, teils auch mangels tieferer Informationen. Viele davon sehen die Maßnahmen übertrieben, und auch die Gefährlichkeit des Virus skeptischer. Kann ich nur sagen: Kann sein, dass ihr Recht habt, kann sein das nicht. Bleibt weiter kritisch und skeptisch, forscht nach, diskuttiert. Das find ich alles wichtig.

(Bleibt aber trotzdem zu Hause, man muss ja nicht gleich zum totalen Revoluzzer werden; ist aber eher als Tip zu verstehen, da die Polizeikräfte usw sicher zunehmend strenger werden. Wer aber unbedingt revoluzzern will, okay, jedem das Seine).

Skeptiker aus mathematischen Gründen: 

(versteht Statistiken nicht): Naja Bildungslücke oder einfach mathematisch halt überfordert. Ist okay. Da ich die Zahlen kenne und verstehe würde ich euch empfehlen: Wenn ihr sie nicht selbst nachrechnen könnt, dann glaubt sie einfach. Besser für Alle und man nervt auch nicht andere mit dummen und unlogischen und oft auch sehr “blonden” Milchmädchenrechnungen… 😉

(hat jetzt nix mit Haarfarbe zu tun).

Befürworter:

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3*7 – Das kosmische Herz

Voa 21 Joa hots mi daglengt gauns heftig
erwischt, valeuchtet und wieda ausgspuckt.
Hots mi gekillt mit an kräftign Stoss von tiaf drinnan
gegen die Schädeldeckn mit an mächtigen Wumms.

Aus die Maus und aus a da Edga
Übrig bliebn is nua bewusstes All
des All oba woa vom Nichts durchdrunga
ois wärs goa ned do und nur a Tram.

Und eigentli hätts afoch aus sei kenna
hob mi gwundert das daun nu a körpa erscheint
mi verbeugt voa dem Wunder und kniat voa de Sterne
und glaubt ob jetzt hob i gaunz afoch nua frei.

Nix do, noch boa kosmische Urlaubstog hot se
des Ding do docht jetzt geht’s richtig east los
seither wird des Ding do durchkocht wia a Knedl
und waundlt sie waundlnd im waundln’dn Sei.

Eascht laung afoch zuagschaut und g’atmet und g’spiat
daun nu amoi g’stuabn im grossn schwoazn Loch
zruckkumma, aufgstaundn vom tiafsten der Tode
und Edga woa Mensch unds Lebn voi echt.

Seither spüd die Mätschik ihr magisches Spü
Zugleich ollas sei und doch nix dafo
A menschliches Kind wos daun laungsam erwochst
und leant wos es haast afoch Mensch zu sei.

Dreimoi die Sieben hob i jetza duach
drei göttliche Zyklen gaunz laungsaum durchschrittn:
De Erdung, de Lust und den göttlichen Wülln
erfoan und erspürt, durchlebt und vadaut.

De große Spirale bewusst duachschreitn
sich umbaun lossn in Hingabe echt
des is hoit des wos daun ebm nochher so kummt
ob jetzt Zyklus Via, sieben Joa jetz im Heaz.

Is vagleichboa mit fria und doch auch gauns aundas
geht um Integration des menschlichen Spüls
a Linie geht dabei von untn noch obn
de aundre grod umkeat kummt east laungsaum untn au.

I wünsch jetzta mia und uns ollen des Beste
egal wia da Tram jetzt a weita valäuft
des Heaz is bereit s’gaunze Sein zu durchdringa
de Einlodung steht fia de eiganan Leit.

Und afoch do sei is genug.

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Der Dialog

E.Brain & M.Feeling (Text aus 1996)

Anfang Oktober hab ich zufällig in den endlosen Weiten des Internets eine textliche Antiquität gefunden: Edgars Selbstgespräche anno 1996. Also ganze zwei Jahre bevor sich die beiden, die da miteinander sprachen dann endgültig “vermählt” haben (man könnte auch sagen “meine beiden Gehirnhälften”).

Ein Text vom “alten” Edgar, der damals grad ja voll der Sucher war. Und er spricht da mit sich selbst, als Zwiegespräch zwischen “Verstand und Gefühl”, über die Zukunft von Internet und Cyberspace, von der Evolution der Menschheit, über den Sinn von Erleuchtung usw usf ….. – echt krass!

Hab mich tatsächlich NULL mehr erinnern können, dass ich das damals vor 23 Jahren geschrieben habe. Und jetzt das erste Mal seit damals wieder drauf gestossen bin. Bin echt fasziniert, wie nah ich da intellektuell schon an vielen “Teilen der Wahrheit” dran war. Und wie krass ich formuliert habe. Wie ich da so drauf war.

Und auch, wie sehr ich da den Extrem-Suchern gleiche, vor allem jenen, die es mit dem Verstand schon teils verstanden haben, aber sich dann doch auch selbst im Wege stehen.

Echt berührend für mich, diese Begegnung mit dem alten Edgar. Und wie er krass um Wahrheit ringt. Mindfuck halt… 😂

Und das Ende auch cool, offenes Ende als Einladung an die Zukunft. Vielleicht schreib ich demnächst eine Fortsetzung, würd mich schon jucken… vielleicht als (langer) Blog, oder als (kurzes) eBook. Mal gucken. 

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Erwachen

Wenn sich der Geist verabschieden will… dann tut er das ganz einfach. Da braucht man dann überhaupt nichts dazu tun. Es geschieht von Selbst. Die Arbeit macht der eigene Verstand. Der Guru sitzt dabei und tut gar nichts. Er schaut nur zu. Erlaubt. Sagt mal “ja”, mal “nein”. Mal “vielleicht”. Mal “ja das ist so”.

Wenn sich der Geist verabschieden will… dann tut er das. Von Selbst. Der ganze Prozess ist hausgemacht. Ohne zutun. Ohne Koch kocht sich die Suppe selbst weich. Das Ego plant seinen eigenen Tod. Der Verstand suizidiert sich selbst. Und der Guru schaut nur zu und nickt.

Bestenfalls wird der Guru noch “als letzte Projektionsfläche” benutzt. Und das Beste, was er tun kann, ist gar nichts zu tun, und einfach mithelfen “es geschehen zu lassen”. Indem man eben “es” geschehen lässt, wie immer es sich entfaltet. Der Apfel fällt von selbst vom Baum. Selbst schütteln ist nicht mehr nötig.

Was aber sagt man jenen unreifen Äpfeln, die davon träumen, auch “endlich” auf den Boden fallen zu dürfen?
Nichts. Man bestärkt sie in ihrem so sein. In ihrem Apfel-sein. Ein Apfel der zur vollen Reife wachsen möchte. Der Sonnenlicht möchte. Der nach oben möchte. Weder reißt man sie vom Baum, noch erzählt man ihnen viel vom Fallen. Man bestärkt sie im Wachsen, denn das ist – noch – ihre Natur.

Fällt der Apfel vom Baum ist es Gnade. Aber nicht die Gnade des Gurus. Und noch nichtmal die Gnade Gottes. Es ist die Gnade eines überreifen Verstandes, der selbst sein Ende herbeisehnt. Und aufgibt. Bereit ist zu sterben. Spirituelle Sterbebegleitung im besten Sinn. Aber nichtmal wirkliche Sterbehilfe. Präsente Begleitung, die einen kleinen Rest von Sicherheit vermittelt. “Du darfst”. “Du darfst fallen”.

Es ist letztlich ein zur Verfügung stellen für die allerletzte Projektion. Ein liebender Dienst. Den man nichtmal planen kann. Denn letztlich hat man, als Guru, damit nicht wirklich viel zu tun. Man wird einfach nur perfekt benutzt. Ohne dass man das “wollen” kann. Und da ist nichtmal große Dankbarkeit. Es geschieht einfach. Genauso, wie der Wind geschieht, das Wasser geschieht, das Leben geschieht. Hunger geschieht. Und Durst geschieht. Atmen geschieht. Und letztlich ist es ja nur ein Eintauchen in den “gewöhnlichen Zustand”. Eine Rückführung in die Gewöhnlichkeit. Ein Entspannen ins “So-Sein”.

Wieso so selten? Weil die meisten Äpfel zuerst gegen den Himmel wachsen müssen, bevor sie fallen dürfen.

Image by Susanne Jutzeler, suju-foto from Pixabay

Zurück in Wien & Mystica-TV

Ein bisschen lang hab ich nun gebraucht seit meinem letzten Blogbeitrag vom – huch – Januar 2019. Und bevor dieses Jahr gar nichts mehr von mir kommt, dachte ich “jetzt schreib doch wieder mal”. Und wenn mir schon nichts “filosofisches” einfällt (obwohl ich einige, wirklich einige, nein sogar viele Themen notiert habe, über die ich mal schreiben wollte; naja, kommt ja vielleicht noch), dann wenigstens “Neuigkeiten”.

Und was könnte eine tollere Neuigkeit sein, als die Veröffentlichung meines Mystica-TV-Interviews hier bekanntzugeben?

Edgar auf Mystica-TV – “es ist schon alles erleuchtet”

“Ansonsten” – ja, wir sind jetzt seit April wieder zurück in Wien und haben uns nach mehr als 8 Jahren Ausland wieder in Wien angesiedelt. Niedergelassen. Am verwurzeln sind. Hat überraschenderweise total gepasst, sowohl familiär, als auch sonst, und dazu kam eine fast unendliche “Reisemüdigkeit”. Naja, eineinhalb Jahre Asien sind nicht ohne. Und davor 7 Jahre Kanaren. Jetzt halt wieder Wien.

Was mich dann ja auch ins relativ nahe München führte, um dort obiges Interview abzuliefern… 😉

Einzelsitzungen in Wien

Und deshalb, wer schon immer mal persönlich – und nicht nur per Skype oder gar mit langer Reise nach La Gomera – mit mir plaudern wollte, kann das nun auch hier vor Ort in Wien tun, wo ich mich einmal pro Woche, immer Mittwochs, in einer kleinen feinen Praxis eingemietet habe.

Jou, und dann “schau ma mal”, was sonst noch so hier passieren wird in Wien. Natürlich stehe ich aber auch nach wie vor bzw “wieder” per Skype für Online-Sitzungen zur Verfügung.

Stammtisch in Wien

Ebenfalls in Planung: Ein (wöchentlich bis monatlicher, dont know yet) Nondualitäts-Stammtisch in Wien. Die Lokalität ist noch nicht entschieden, möchte aber was gemütliches, wo man einfach abends zusammen sitzt und plaudert, ißt und trinkt. Ohne Extra Kosten (soll heißen die Konsumentation bezahlt sich natürlich dann jeder selbst; aber ich verlang da dann kein Extra-Geld dafür und wird auch keine Spenden-Boxen oder so nen Firlefanz geben). Also “einfach so zusammen sein”. (Edit: Mittlerweile steht Location und Termine. Am Besten hier eintragen um informiert zu werden: owk.eu/stammtisch)

Mehr hab ich im Moment nicht zu sagen und bisher auch nichts zu klagen. Drum will ich es wagen und nicht verzagen um in Wien den Wagen der Nondualität zu tragen; damits dem Ego geht beitagen an den spirituellen Kragen. 🙂

Außergewöhnlich Werner (RIP)

1998 wars bei mir so weit. Dass der alte Edgar von mir ging, und ich übrig blieb. Es fühlte sich wie sterben an, wie abgeschaltet werden. Und das was übrig bleib, war immer schon da. Unverändert. Und fragte sich danach, wieso da überhaupt noch ein Körper war. Warum der nicht “mitgestorben” ist.

Nicht dass mir das Leben keine Freude machte, vorher, nachher. Machte es mir immer, bin eher der optimistische positive Typ. Aber es war einfach nicht notwendig zu bleiben. Es geschah halt. Ich sah es als “Draufgabe”. Als “Feierabend”. Als Zugabe, wie bei einem Konzert. Noch eine Runde drehen.

“Meister” brauchte ich dann keinen mehr. Das Leben selbst war mein Meister. Obwohl diverse solche in Person erschienen. Ich hatte viele Lehrer und Gurus (z.b. Dr. Vagish Shastri, der mich zum Nath-Yogi initierte). Dann war da Osho, dessen Disciple ich posthum wurde, doch zwei Tage nach meiner Sannyasnahme starb der Sannyasin in mir, siehe oben. Ich blieb Osho danach noch fast ein Jahr lang treu, aber irgendwann war er assimiliert.

Danach erschienen viele Menschen und Lehrer aus der Osho- und später vor allem aus der Satsang-Szene. Nondualisten. Hauptsächlich Papaji-Schüler. Von allen konnte ich was annehmen. Alle schärften mich auf eine gewisse Weise. Der allererste war Satoji Babasanji, aka Charles Coutarel, direkt nach meinem “Erwachen”. Er ist mir noch immer ein Freund.

Aber außer vielleicht ihm hab ich praktisch niemanden richtig und voll “akzeptiert”. Bei fast jedem fiel mir das ein oder andere auf. Nicht, dass etwas fehlte. Aber es war halt meist ein gewisser Aspekt nur, der da gelehrt wurde. Aspekte die ich von der “einen großen Erfahrung” kannte, die mich und vor allem meinen Verstand in ihrer widersprüchlichen Gesamtheit “erschlugen”. Die man letztlich dann nur einzeln “fassen” kann.

Und die ich mit Hilfe dieser Freunde danach eben auch schön einzeln für mich rausschälen, verstehen, integrieren konnte. Pur. Inhaltierte. Und dann ging ich weiter. Weil mir meist andere Aspekte in jenen Lehrern fehlten.

Ich ging da also gewissermassen auf ne Art “Wanderlehre”. Als spiritueller Wandergeselle.

Wirkliches Bedürfnis nach Begegnung und Austausch hätt ich damals, Anfang der 2000er-Jahre, aber eigentlich nur bei zwei Alt-Meistern noch gehabt: Bei Ramesh Balsekar und U.G.Krishnamurti. Das waren die einzigen, wo ich wirklich noch Ehrfurcht empfand und tiefsten Respekt. Auch da ich wußte, “je älter der Wein, desto reifer”, desto kompromisloser sind sie, haben tatsächlich auch auf relativer Ebene “nichts mehr zu verlieren”.

Diese beiden, denen hätte ich mich noch unterworfen. Oder zumindest aufgeblickt. Und sie angenommen als Richtungsgeber.

Alleine: Ich habe sie verpasst. Ich war zu faul. Ich bekam meinen Hintern nicht hoch. Verbrachte meine Jahre hauptsächlich im Winter auf La Gomera, und im Sommer in einem Häuschen am Wald in den österreichischen Voralpen. Schreibend. Musizierend. Auch schon satsingend. Sanghas gründend. Und Sanghas auflösend. Zumindest virtuelle, im Internet. Da war ich Vorreiter damals, ab 2002.

Aber mich aufmachen zu diesen beiden großen alten Meistern konnte ich mich nicht. Konnte mich nicht aufraffen. Zu träge. Zu wenig “suchend”. Zu wenig “brauchend”. Es war einfach nicht dringlich genug. Der Sucher war gestorben. Das brauchen beendet.

“Gefunden” hatte ich ja schon. Wollte nur noch bissl “Feinschliff”. Ich bin da nämlich Perfektionist. Habe hohe Qualitätsansprüche an mich selbst. Denen ich vorher nie genüge. Auch wenn ich “nachher” manchmal richtig verzückt von mir bin, wenn ich mich lese oder höre. Aber da weiss ich, das bin nicht “ich”. Das kommt nur “durch mich hindurch”.

Also…. “wer zu spät kommt den bestraft das Leben”: Und so starb U.G. Krishnamurti im März 2007, mit grade mal 89 Jahren. Und Ramesh Balsekar im September 2009 als Jungspund im Alter von 92. Bei beiden dachte ich mir ich hätte ja noch Zeit. 89 und 92. Also manchmal spinnt der Edgar und ist ein bisschen unrealistisch.

Tja, Pech gehabt.

Leute….. wenn es Euch zu jemanden hinzieht, dann geht. Es könnte sonst zu spät sein. Könnte man jetzt denken. Und sagen. Und warnen. Aber das Leben schickt immer den Richtigen. Zum richtigen Zeitpunkt. In richtiger Form. Schickt oft sogar mehr, als was man erfragte und erhoffte, mehr als man ahnen konnte:

Denn:

“…und dann kam Werner”

2015 wars. Ich hatte von Werner Ablass schon einige Außergewöhnlich Werner (RIP) weiterlesen

Üppigkeit: Überfließende Leerheit

Das Leben neigt zur Üppigkeit. Das ist seine Natur.
Sich ausbreiten, überall hin.
Da wird nicht gekleckert, da wird geklotzt.
Und jeder Raum gleich zweifach, dreifach, vierfach in Anspruch genommen. Von jeder Pflanze. Von jedem Tier.
Nicht nur nebeneinander, auch übereinander.
Ineinander verschlungen, verwebt.
Die Kraft, das Gesunde besteht,
das Alte und Kranke vergeht und verweht.

“Brutal die Natur sie ist” (Yoda?)

Die Natur des Lebens ist es, sich auszudehnen.
Die Natur des Lebens. Die Natur des Universums. Die Natur des Seins. Die Natur von Energie. Die Natur von Bewusstsein.
Die Natur von Natur.
Das inhärente sich selbst wiederholende Muster.
Das eigentlichste Fraktal.

Fülle und Überfluss.
Kein wirklicher Mangel an Raum.
Unendlichkeit.


Kampf um Raum

Dennoch…. in begrenzten Systemen findet ein Verdrängungswettbewerb statt, in und um diesen Raum. Zwischen Pflanzen. Zwischen Tieren. Zwischen Tier und Mensch. Und auch zwischen Menschen.

Auch dieser (scheinbare) “Kampf” ist inhärent. Ist ein natürliches Muster, ein göttliches Programm, ein Fraktal. Er tendiert zur Ausgeglichenheit. Zur Harmonie. Was wie ein Widerspruch scheint, aber keiner ist.

Alles was “zu viel” ist, wird zurechtgestutzt. Manchmal brutal.
Manchmal durch Krieg.

Alles was “zu wenig” ist, bekommt auf natürliche Weise Raum.
Füllt den Raum. Von selbst.

Bauern müssen um ihren Raum “kämpfen”. Selbst hier in Bali. Gegen Schlangen, gegen Ratten. Gegen “Unkraut”. Früh am Morgen verjagen sie die Vögel durch lautes klatschen. Oder stellen Vogelscheuchen auf. Oder montieren laute Windräder.

Getreidebauern kämpfen um und behaupten ihren Platz, letztlich durch Gewalt. Viehbauern wiederum schützen ihr Vieh gegen Raubtiere ebenfalls durch Abgrenzung (Zäune) und Gewalt.

So lebt die Menschheit seit 10.000 Jahren. Seit der “Vertreibung aus dem Paradies”. Seit der “neolithischen Revolution” der Sesshaftigkeit und Landwirtschaft.

Und dieser Kampf sitzt uns noch immer in den Genen. Letztlich von Anbeginn. In engen Systemen mit wenig Raum und viel Lärm wird der Mensch neurotisch. Letztlich sind wir schon viel zu viele geworden. Haben fast jeden Raum dieses Planeten eingenommen. Sind teils die Pest für den Rest der Natur, den Rest des Lebens.

Wie waren wir zuvor? Besser? Oder einfach nur weniger ??

Waren wir integrierter? Harmonischer? Ausgeglichener?

Davor haben wir gejagd und getötet. Es war letztlich das selbe inhärente natürliche Muster. Wir haben es nur anders gelebt. Und ja, wir hatten nur unseren “gerechten” “Anteil” am Ganzen. Und waren noch nicht die alles beherrschende Macht auf diesem Planeten.

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Von wegen Instinkt

Neuigkeiten beim Kampf um den Futtertrog:

Jetzt hatte ich ja vor paar Tagen ein “Futtertrog-Thema”, schon kommt das Nächste, hat diesmal mit “Evolution im Tierreich” zu tun:

^ Videolänge: 53 Sekunden (sehenswert!)

“Tiere handeln nur aus Instinkt” hab ich damals in der Schule gelernt.

Oag, die Waschbären in Toronto haben “den Instinkt” moderne Mülltonnen nicht nur umzukippen, sondern auch noch den komplizierten Öffnungsmechanismus aufzukriegen. Haben sie offenbar von ihren Vorfahren vererbt bekommen, vor 100 Millionen Jahren oder wie oder was?

Der Mensch spinnt ganz schön, sich für die “Krone der Schöpfung” zu halten. Würde die Menschheit bei nem außerirdischen Psychiater auf der Couch liegen, würde der wohl den Kopf schütteln und sagen “hoffnungsloser Fall”. Und sie dann in nem fernen Sonnensystem ansiedeln, als Forschungsprojekt. Ganz am Rande einer kleinen Galaxie. Ups…. simma ja schon. 😛

PS: Nur der Vollständigkeit halber: Auch der Waschbär handelt nicht selbst. Der bzw das, welches ihn handeln lässt, und uns handeln lässt, ist aber nicht verschieden. Dieselbe Quelle, das selbe Selbst. Bewusstsein.

Alles ein gemeinsames Theater. Alles göttlich. Nie was geschehen – und doch evolviert die ganze Schöpfung permanent. Einfach so. Weil sie es kann. Gleichzeitig ists nicht viel mehr als eine große Simulation “wie es denn wäre, würden wir existieren”.

@gar


^ Nicht wundern, dieser kurze Blogbeitrag ist eine Kopie meines heutigen Facebookpostings. Ursprünglich inspiriert von: Waschbären überlisten Torontos Mülltonnen (ORF)

Der Kampf um den Futtertrog

Könnte sein, dass ich mich mit diesem Blogpost unbeliebt mache in der Szene. Und möcht gleich vorweg festhalten, da ist nix “bös gemeint”. Aber, mit doch gewissem Abstand den ich derzeit habe, schaut sich da manches in der spirituellen Szene eben genau so an: Wie ein Kampf um den Futtertrog…

Ich meine jetzt nicht die Sucher….. die sich um einen spirituellen Futtertrog versammeln, bei einem Meister, der sie mit Weisheiten “füttert”. Nein, ich meine die Lehrer selbst…. mit all ihren Angeboten. Marktschreiereien. Webinaren. Kongressen. Ich nehm mich da selber gar nicht aus. Ich blick da gern auch reflektierend zurück.

Es wirkt so immens “needy”. Also “brauchend”. Als ob sie verhungern würden vor der vollen Schüssel. Einerseits voller Fülle und doch gleichzeitig an etwas “mangelnd”. Meist wohl an Geld.

Lemminge

Zum Beispiel dieses ganze Coaching-Business fördert letztlich das Gegenteil von “authentischem Sein”. Verkauft wird “willst du so erfolgreich sein wie ich? Dann zeig ich dir Schritt für Schritt….” (…. “wie du ne Blaupause von mir werden kannst”).

Legende sind die Schüler von Gurus, die ne Glatze haben, weil der Guru eine hat. Oder denselben langen Bart. Manchmal sogar dieselbe Stimmlage. Die selben Wörter. Die selbe Mimik. Denselben Blick. Imitation.

Das endet zwar beim Spirituellen, aber anfangen tut das viel früher. Meist bei “wie werde ich erfolgreich”, oder, kürzer, “wie werde ich reich”, oder “wie finde ich meine Berufung, mein “Onlinebusiness”, meine Beziehung, am Ende dann “meine Erleuchtung und mein Erwachen”.

Und alle alle spielen sie mit. Mit dem Spiel “Fülle verkaufen”. Zumindest steht das dann meist auf der Packung. Verkauft wird aber letztlich Mangel. Genau in den Mangel wird beim Verkaufsgespräch, sorry, beim “Coaching”, dann der Finger reingelegt. Und dann…. “motiviert”. “Lass mich dir helfen mir auch noch den letzten Rest deiner Ersparnisse zu geben”. (lol)

Warum geschieht das? Die bittere Wahrheit: Diese Lehrer empfinden selbst Mangel. Vielleicht sitzen sie am vollen Futtertrog, vielleicht am leeren, aber “genug” hatten sie bisher noch nicht. Vielleicht ist es Konditionierung, vielleicht aber auch wirklich echter Mangel. Dennoch wird er als Fülle verkauft. “Sieh her wie guts mir geht” …. “willst du auch so sein? Dann folge mir nach und mach mich nach, ich zeig dir Schritt für Schritt wie man so wird wie ich es bin”. (Und meist sind sie selbst nur ne Blaupause….).

Vielleicht merkt mans: Mit Abstand betrachtet widert mich das an. Und gleichzeitig empfinde ich Mitgefühl. Denn sie sind Der Kampf um den Futtertrog weiterlesen